A Research Project of the Institute of Nursing Science · University of Basel

Design und Methoden von SMILe

Das SMILe Projekt ist innovatives multi-zentrisches Projekt, das sowohl einen Endnutzer-zentrierten Design Ansatz und agile Softwareentwicklung vereint, als auch eine theoriegestützte Interventionsentwicklung mit Hilfe von Methoden aus der Verhaltensforschung und der Implementierungswissenschaften (d.h. Kontextanalyse, Einbindung der Stakeholder, Implementierungsstrategien, Messung von Wirksamkeit und Implementierungsoutcomes) beinhaltet. Dieser Ansatz zielt darauf ab, dass das SMILe Versorgungsmodell effektive Interventionsinhalte hinsichtlich einer optimalen Förderung des Selbstmanagement- und Gesundheitsverhalten beinhaltet und auch eine reelle Chance für eine nachhaltige Implementierung in der täglichen klinischen Praxis hat. Das SMILe Projekt wird deshalb durch ein interdisziplinäres Team bestehend aus Pflegewissenschaftlern, Ärzten, Pflegenden, IT-Spezialisten sowie Patienten durchgeführt.

Wir verwenden hierfür ein Typ 1 Mixed Methods Effectiveness-Implementation Hybrid Design. Dieser methodologische Ansatz erlaubt es uns, die klinische Wirksamkeit bei gleichzeitiger Beachtung der Implementierungsprozesse zu testen, um so die Übertragung der Forschungsergebnisse in die klinische Praxis zu beschleunigen.

Das SMILe Projekt gliedert sich in zwei Phasen:

PHASE A:

Phase A: In einem ersten Schritt wird eine Analyse der kontextspezifischen Gegebenheiten des jeweiligen aSZT Transplantations – Zentrums durchgeführt (Kontextanalyse und Technologieoffenheit). Hierfür wird ein explanatorisches sequentielles Mixed Methods Design verwendet (Kombination aus Umfrage und Fokusgruppen). Die Methodologie hierfür wurde zuvor von unserer Forschungsgruppe für die Erfassung von Praxisstrukturen im Hinblick auf die Behandlung von chronischen Erkrankungen (BRIGHT Studie) sowie das Technologie-Assessment bei Endnutzern (PICASSO-Tx Studie, KU Leuven) entwickelt. Basierend auf den Ergebnissen dieser Analyse am Universitätsklinikum Freiburg im Breisgau (Deutschland) wurde mit Hilfe des Endnutzer-zentrierten Design Ansatzes eine erste Version des SMILe Prototyps entwickelt, der SMILe- Prototyp-FiB.

Dieser Prototyp wird derzeit für das Universitätsspital Basel (Schweiz) basierend auf den Ergebnissen der Kontextanalyse an die spezifischen Gegebenheiten des Transplantations – Zentrums adaptiert (SMILe- Prototyp-USB). Eine weitere Kontextanalyse am Universitätsspital in Zürich hat begonnen, in Genf ist sie in Planung.

Ferner unterstützen die Ergebnisse aus Phase A die Entwicklung von kontextspezifischen Implementierungsstrategien, um die Implementierung des SMILe Versorgungsmodells in der täglichen klinischen Praxis nachhaltig zu realisieren und zu unterstützen.

PHASE B:

Nach Entwicklung des SMILe Prototyps, bzw. Durchführung aller technologischen Adaptionen, wird der Prototyp im Rahmen einer randomisiert kontrollierten Studie (RCT) getestet. Die Stichprobengrösse wird je nach aSZT Transplantations – Zentrum basierend auf der Anzahl an jährlich durchgeführten aSZT, sowie Erfahrungen mit dem Ablehnen oder Abbrechen einer bereits begonnenen Studienteilnahme berechnet. Die Teilnehmenden werden zufällig der der Kontroll- oder der Interventionsgruppe zugeteilt. Die Kontrollgruppe erhält die gewöhnliche Nachsorge, wie sie bisher im Transplantations – Zentrum angeboten wurde. Die Interventionsgruppe wird zusätzlich im ersten Jahr nach aSZT die Intervention, den SMILe Prototypen erhalten.

Folgende Effektivitäts- und Implementations-Ergebnisse werden während der ersten 12 Monate nach aSZT evaluiert werden: (1) Effektivitätsergebnisse: Inanspruchnahme von Gesundheitsleitungen, Rehospitalisationtage und -dauer, Zeit bis zur Re-hospitalisierung, Belastung durch die Behandlung und das Selbstmanagement, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Medikamententreue, die Anzahl und schwere der Episoden einer Spender-gegen-Empfänger Reaktion und Überleben. (2) Implementationsergebnisse: Akzeptanz, Machbarkeit, Umsetzung und Interventionsgenauigkeit.